RetoFischer

Leiter Bildung
OdA Soziales Zürich

Lieblingsfach in der Schule
Geschichte. Die Grundlage für die Gestaltung der Gegenwart und Zukunft liegt im Verständnis unserer Vergangenheit.

Erstes selbstverdientes Geld
Anfangs Oberstufe mit einem Ferienjob bei einem Geometer. Ich habe geholfen, die Grenzsteine im Dorf zu vermessen. Es war ein kleines Dorf, nach einer Woche waren wir fertig.

Erlernter Beruf / weitere Ausbildungen
Studium in Sozialer Arbeit, Fachrichtung Sozialpädagogik an der Fachhochschule. Im Verlauf meiner Berufstätigkeit absolvierte ich Weiterbildungen in den Bereichen Personalführung, Berufsbildung sowie Personal- und Organisationsentwicklung.

Mein Arbeitsalltag
Die Breite meines Aufgabengebietes bringt es mit sich, dass sich auch die Arbeitstage in hohem Masse unterscheiden. Gestern bspw. begann mein Tag mit einer Geschäftsleitungssitzung, in welcher unter anderem die Weiterentwicklung unseres Fortbildungsprogramms besprochen wurde. Dabei ging es um die strategische Ausrichtung und inhaltliche Fragen. Im Anschluss klärte ich mit der Leiterin Berufsbildung von kibesuisse organisatorische und inhaltliche Aspekte für die Fachaustausche für Berufsbildungsverantwortliche des Kinderbereichs, die im kommenden Jahr von uns koordiniert werden. Gegen Mittag beantwortete ich einige Emailanfragen aus den Betrieben und prüfte eingegangene Bewerbungen für die Expert*innentätigkeit für Fachfrauen/Fachmänner Betreuung.

Am Mittag reiste ich nach Emmenbrücke zur zodas (Zentralschweizer OdA Soziales). Dort trafen sich zum ersten Mal die Bildungsleitungen der VOdAS (Versammlung der Deutschschweizer OdA Soziales (und Gesundheit)). Nebst der Klärung zur grundsätzlichen Ausrichtung dieses Gremiums tauschten wir uns zur laufenden brancheninternen Anhörung der Revision FaBe aus. In dieser Revision vertrete ich die VOdAS seit März dieses Jahres in der SKBQ (Schweizerische Kommission für Berufsbildung und Qualität). Weiter durfte ich meinen Kolleg*innen unser laufendes Projekt zur Förderung des Lerntransfers zwischen ÜKs und Ausbildungsbetrieben vorstellen.

Die grosse Vielfalt an Themen auf sehr unterschiedlichen ‘Flughöhen’ sind für mich in meiner Funktion sehr faszinierend. Die dynamische Berufsbildungsentwicklung in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partner*innen mitzugestalten macht Freude und ist zugleich ein grosser Ansporn.

Professionelle Betreuung bedeutet für mich
Sozialen Berufsfeldern ist gemeinsam, dass sie sich mit persönlichen und sensiblen Themenbereichen des Menschseins auseinandersetzen. Das Aufgabengebiet ist daher mit besonderen Verletzungsgefahren der individuellen Integrität verbunden. Professionelle Betreuungsleistungen zeichnen sich deshalb dadurch aus, dass die Fachleute in der Lage sind, ebendiese Integritätsrisiken zu minimieren. Im Zentrum stehen dabei wertegeleitete Handlungsprinzipien, die auf die Wahrung oder Wiederherstellung der Menschenwürde zielen. Dies setzt fundierte fachlich-methodische sowie personal-soziale Kompetenzen voraus, die in grundsätzlich partizipativen Kooperationsprozessen stabilitätsfördernd sowie ressourcen- und entwicklungsorientiert eingesetzt werden.

Haben die sozialen Berufe die Anerkennung, die sie verdienen
Jein. Im Vergleich zur Situation vor 20 Jahren hat sich zweifelsohne Vieles getan. Der gesellschaftliche Auftrag und die daraus resultierenden Angebote haben sich deutlich diversifiziert und in zahlreichen sozialen Teilbereichen hat sich ein professionelles Qualitätsverständnis entwickelt. Dementsprechend wurde eine Vielzahl sozialer Berufsabschlüsse eidgenössisch etabliert und die Soziale Arbeit vermochte sich als eigenständige wissenschaftliche Disziplin zu emanzipieren. Trotzdem liegt noch viel Arbeit vor uns. Sei dies in der noch immer weitgehend privaten Finanzierung von Kindertagesstätten oder in der mangelnden Etablierung der FaBe Fachrichtung Betagtenbetreuung in Alters- und Pflegeeinrichtungen, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Das wünsche ich mir für die Sozialen Berufe
Eine Weiterentwicklung der Branche durch:

- ein verstärktes interprofessionelles Grundverständnis (zur Bündelung und Koordination der Kräfte und weiteren Optimierung der Wirkung).
- ein Selbstverständnis, das sich noch proaktiver in den gesellschaftlichen Diskurs zu sozialen Fragestellungen und dazugehörigen Rahmenbedingungen einbringt.

Das Ziel sollte ein möglichst übereinstimmendes Selbst- und Fremdbild der Sozialen Berufe sein: Soziale Berufe / Professionen leisten zentrale Aufgaben zur Gewährleistung und Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Was darf in meinem Ferienkoffer nicht fehlen
Meine Musik – Sie ist für mich eine unverzichtbare Begleiterin.


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