Nachgefragt 

Stimmen zum Berufsbildner*innen-Kurse FaBe

 

Am 10. Juni startete zum ersten Mal der Berufsbildner*innen-Kurs (BBK) FaBe an der OdA Soziales Zürich. Die Teilnehmer*innen schlossen diesen am 8. Juli mit ihrem neuen eidgenössischen Zertifikat erfolgreich ab. Im Kurs eignen sie sich die Fähigkeiten an, Lernende im Betrieb mit den dazugehörigen Hilfsmitteln, wie z.B. der Plattform time2learn, kompetent auszubilden. Damit verbunden ist auch ein umfangreicher Wissensschatz in den Bereichen Personalentwicklung, Führungs- und Teamarbeit.

Wir haben die zwei Absolvent*innen Afrim Bakija (28), Stufenkoordinator Oberstufe der HPS Michaelschule, und Daniela Kistler (23), Fachfrau Betreuung in der Kita Freihofstrasse in Oberrieden, zu ihren Erfahrungen nach dem ersten Berufsbildner*innen-Kurs (BBK) der OdA Soziales Zürich befragt:

Wieso haben Sie sich für den Berufsbildner*innen-Kurs der OdA Soziales Zürich entschieden?

Afrim Bakija: Es war schon länger mein Wunsch, mich im Bereich Coaching weiterzubilden. Ich bin als FaBe für Menschen mit Beeinträchtigung und als Berufsbildner für die Auszubildenden zuständig. Bei der Arbeit mit den Jugendlichen liegt der Fokus auf der Selbständigkeit, Identitätsentwicklung (Wer bin ich?) und im Ausbau der eigenen Ressourcen. Genau darum habe ich mich für die Ausbildung zum Berufsbildner entschieden.

Daniela Kistler: Bei mir war es meine persönliche Motivation. Ich möchte mich selbst weiterentwickeln, lerne gerne Neues und mag Herausforderungen. Andererseits erhalten wir dadurch im Betrieb mehr Möglichkeiten, die Ausbildung unserer Lernenden breiter abzustützen und Ansprechpersonen sicherzustellen. Zum Beispiel wenn es Mutterschaftsvertretungen benötigt. Ich freue mich aber, dass neben meiner Eigenmotivation auch mein Geschäft voll und ganz hinter meiner Weiterbildung steht.

Was fiel Ihnen während des BBK besonders auf? Was ist für Sie im Betrieb besonders hilfreich?

Afrim Bakija: Da ich wie erwähnt bereits ausbilde, habe ich mich anfangs auf der time2learn Plattform angemeldet. Dort findet man sehr viele Unterlagen und Informationen zum Ausbilden von Lernenden. Die Menge hat mich anfangs etwas eingeschüchtert. Was ist wichtig – was nicht? Während des BBK wurde die Plattform zum Glück eingehend thematisiert, was ich sehr schätze, denn nun finde ich mich gut zurecht und weiss, wo ich mich orientieren muss. Wie ist das Aufnahmeverfahren, wie füllt man den Bildungsbericht korrekt aus, wie erstellt man Praxisaufträge – das wird alles erklärt.

Daniela Kistler: Mit dem neuen Wissen kann man einen ganz neuen Spirit ins Team bringen. Der Austausch unter uns Teilnehmer*innen war sehr wertvoll. Man blickt auf einen neuen, vergrösserten Erfahrungsschatz und sieht, dass es nicht nur um das Ausfüllen der Lerndokumentationen geht. Das neue Wissen, das ich teilen kann, macht sicherlich auch die Ausbildung für die Lernenden attraktiver. Für mich waren die Coachings zu schwierigen Gesprächsverläufen sehr hilfreich. Die Lehrzeit ist schliesslich für die wenigsten eine einfache Lebensphase. Dazu gefiel mir auch sehr gut, dass Fachpersonen z.B. von der Beratungsstelle kabel sowie Stefan Platter, Berufsinspektor, oder Reto Fischer, Leiter Bildung der OdA Soziales Zürich, vor Ort waren. Ganz allgemein fanden wir die Kursleitungen super.

Mit welchem Gefühl gehen Sie aus dem BBK hinaus?

Afrim Bakija: Ich gehe mit einem sehr guten Gefühl. Ich habe bereits die Kurse «Lerndokumentation» und «Bildungsbericht» der OdA Soziales Zürich besucht. So fühle ich mich nun sehr sicher, um selbstständig die Ausbildungsthemen anzugehen.

Daniela Kistler: Mein Gefühl ist gut, aber noch etwas gemischt. Es ist eine ganz neue Aufgabe für mich und gerade ins time2learn muss ich mich noch einarbeiten. Eine leichte Unsicherheit, ob ich allem gerecht werde, was ich den Lernenden mit auf den Weg geben möchte, ist noch da. Ich freue mich aber sehr auf diese neue Herausforderung und Verantwortung. Gerade weil wir im BBK einen guten Einblick erhalten haben, denke ich, dass ich es gut meistern werde.

Afrim Bakija: So ging es mir ganz am Anfang auch. Das Gesamtbild wird aber mit der Zeit immer klarer und man erhält mehr Sicherheit.

Daniela Kistler: Das stimmt. Das wurde uns im Kurs auch vermittelt. Die Erfahrung kommt durchs Anwenden und Machen.

Was würden sie ab sofort im Betrieb mit Ihrem neuen BBK-Wissen umsetzen?

Afrim Bakija: Das Lernbündnis finde ich besonders gut, und ich werde diese Idee aus dem BBK im eigenen Betrieb ausprobieren. Dies ist eine Art Vertrag, der auf beiden Seiten festlegt, wie man während der Ausbildung miteinander umgeht. Wann z.B. Aufträge abgegeben und erfüllt werden. Das schafft Verbindlichkeit für beide – Berufsbildner*in und Lernende*n.

Daniela Kistler: Bei mir sind es die Emotionskarten, die mich fasziniert haben. Das ist ein Tool, das vor allem im Umgang mit Kindern eingesetzt wird. Das Ziel ist, sich selbst und andere besser zu verstehen. Die funktionieren aber auch im Gespräch mit eher schüchternen oder zurückhaltenden Lernenden sehr gut. Wenn diese z.B. Mühe haben, über ihre Bauchgefühle zu sprechen. Das werde ich gerne einführen.

Vielen Dank!

 

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