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Sozialberufe.

Gute und bezahlbare Betreuung im Alter

Die Paul Schiller Stiftung veröffentlichte im März 2018 eine Recherchestudie der Fachhochschule Nordwestschweiz zum Thema «Gute Betreuung im Alter», die unter der Leitung von Professor Carlo Knöpfel entstand.

Was ist gute Betreuung im Alter? Und wie bleibt sie bezahlbar? Diesen Fragen ging der Sozialwissenschaftler Carlo Knöpfel nach. Die Arbeit zeigt Handlungsbedarf in der schweizerischen Gesundheits- und Sozialpolitik auf. Der demografische und der gesellschaftliche Wandel erfordern neue ganzheitliche Ansätze und Modelle – auf gesetzlicher, finanzieller und praktischer Ebene.

Wer betreut uns, wenn wir gebrechlich sind, aber (noch) keine oder nur eine minimale medizinische Pflege benötigen? Heute wird die grosse Mehrheit hilfsbedürftiger Menschen von ihren Angehörigen mit Unterstützung der Spitex umsorgt und betreut. Doch das wird schon bald nicht mehr der Normalfall sein.

Neue Angebote wie Alterswohnungen in der Nähe eines Alters- und Pflegeheims, Wohnen mit Services in den Bereichen Verpflegung, Haushalt, soziale Betreuung, Pflege oder Freizeit oder auch generationendurchmischtes Wohnen sind heute gefragt.

Das wirft für die Schweiz ganz neue Fragen auf, und sie betreffen nicht die eigentliche Pflege zu Hause oder auf Pflegestationen in Altersheimen und anderen Pflegeeinrichtungen, auch wenn sich die politische Diskussion und die Leistungen der öffentlichen Hand heute stark darauf konzentrieren. Es geht um die Betreuung ausserhalb und innerhalb dieser Institutionen. Der Unterstützungsbedarf liegt zu 70 Prozent im nichtpflegerischen Bereich und betrifft die Alltagsgestaltung älterer Menschen.

Heute werden die geistigen, emotionalen und sozialen Bedürfnisse zu wenig berücksichtigt. Diese sind jedoch für die Wahrung der Würde und die bestmögliche Lebensqualität betagter Menschen von grösster Bedeutung.

Gute Betreuung gibt es nicht gratis
Die Öffentliche Hand muss ihre Rolle im Bereich der Altersbetreuung stärken. Die strickte Trennung von Pflege und Betreuung verursacht zu einem guten Teil den stiefkindlichen Umgang der Betreuung. Die Krankenkassen vergüten nur medizinische Leistungen, alle alltäglichen Hilfestellungen bei der Körperpflege, beim Ankleiden und Essen, aber auch Einkaufen und Putzen nicht. Aktivieren und geberell bei den alltäglichen Anforderungen Hilfe leisten gehören nicht zum Leistungsumfang der Pflege, sind aber für die ambulante Altersbetreuung unabdingbar. Um dies zu ermöglichen, haben die Studienverfasser sieben Forderung formuliert.

So soll das Anrecht auf Betreuung im Alter im Gesetz verankert werden. Die Betreuung im Alter muss für alle bezahlbar sein und die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. Die professionelle qualitätsvolle Betreuungsarbeit braucht eine Aufwertung, die informelle mehr Anerkennung. Und weil gute Betreuung im Alter Beziehungsarbeit ist, braucht es dafür die nötigen zeitlichen Ressourcen.

Recherchestudie
Vor diesem Hintergrund hat die gemeinnützige Paul Schiller Stiftung die Recherchestudie in Auftrag gegeben. Sie analysiert die Situation der Betreuung im Alter sowie die damit verbundenen Entwicklungen und Herausforderungen für die Schweiz. Die Leitung der Studie hatte Prof. Dr. Carlo Knöpfel, Dozent für Sozialpolitik an der Hochschule für Soziale Arbeit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Die Studie fasst den Stand der Altersbetreuung in der Schweiz zusammen und zeigt den gesundheits- und sozialpolitischen Handlungsbedarf für eine qualitätsvolle und bezahlbare Betreuung im Alter auf.

Gute Betreuung im Alter. Perspektiven für die Schweiz.Download Broschüre

Weitere Informationen: http://gutaltern.ch/

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